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Wolle Krivanek

(eigentlich Wolfgang Kriwanek, * 29. Dezember 1949 in Stuttgart-Stammheim; † 20. April 2003 in Backnang)
Die ersten Versuche Ende der 1960er Jahre, mit schwäbischen Texten den Blues zu singen, wurden beim Stuttgarter Radiosender SDR weitgehend ignoriert.
Kriwaneks erster Erfolg war sein Sieg mit dem Lied „Sunny“ beim Schlagerwettbewerb auf dem Backnanger Straßenfest im Jahr 1971. Zehn Jahre später etwa trat er zusammen mit den Schulz Bros. wieder in Backnang auf. Zudem war er lange Jahre Juror beim Nachwuchsfestival des Straßenfestes.

Kriwaneks Karriere war seit 1975 geprägt von der Zusammenarbeit mit Paul Vincent Gunia, der fast alle Lieder zusammen mit Wolle Kriwanek schrieb und dessen schwäbischen Gesang mit der Slide-Guitar unterstützte. Ende der 1970er bis Anfang der 1980er brachten die beiden mehrere LPs heraus, meist als „Wolle Kriwanek & Schulz Bros.“.
In dieser Zeit entstand auch das Lied Stroßaboh, eine musikalische Hetzjagd nach der letzten Straßenbahn der Linie 5, die an diesem Abend jedoch ohne den Sänger abfährt. Dieses Lied wurde auch in einer englischen Version aufgenommen und belegte in der Verkaufshitparade des Vereinigten Königreiches den 10. Platz.

Anfang der 1980er war Wolle Kriwanek in Südwest 3 ein häufiger Gast, u.a. bei einem Auftritt zusammen mit Caterina Valente. Mitte der 1980er kehrte Wolle Kriwanek in seinen ursprünglichen Beruf als Lehrer zurück, mit neuem Wohnsitz in Backnang. Nebenbei machte er weiterhin Musik mit der „Wolle Kriwanek Band“, jedoch mit (hoch)deutschen Texten, denen aber das urige schwäbische G’schmäckle der früheren Jahre fehlt.

Die Ursache für seinen plötzlichen Tod war der Bruch einer Schlagader, der auf eine angeborene Herz-Gefäßschwäche zurückging, die Zeit seines Lebens unentdeckt geblieben war.